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Unvollendeter Entwurf und Einladung zur Mitgestaltung an einem universalen Menschenbild
Sinn dieser Umfrage ist es, eine Entwicklung der ethischen Orientierung in unserer Gesellschaft zu erkunden und zu fördern, die vermehrt zu den Ursachen der gesellschaftlichen Probleme und damit zu nachhaltigeren Lösungen als bisher führen könnte. Nachdem bisher überwiegend mythische und reale Weltbilder bzw. -anschauungen oder auch daraus abgeleitete, konkrete Gesetze als Grundlage für eine ethische Orientierung verwendet wurden, wird nun hin und wieder auch vom Menschenbild gesprochen. Dies ist ein Zeichen für eine Hinwendung zu den im Menschen liegenden Ursachen der Probleme und wirksameren Ansätzen zu deren Lösung. Damit steht nun konkret die Qualität der Menschlichkeit zur Debatte. Die befragten Organisationen wurden nicht nach ihrem tatsächlichen Einfluß auf die Gesellschaft ausgewählt, sondern nach ihren möglichen inhaltlichen Zuständigkeiten.
Antworten aufgeführt in alphabetischer Reihenfolge
Bündnis90/Grüne Angefragt 03.10.00, Nachgefragt 15.10.00 Antwort steht noch aus
Bund für Geistesfreiheit BFG Angefragt 06.10.00, Nachgefragt 15.10.00 Antwort steht noch aus
Christlich Demokratische Union CDU Angefragt 03.10.00 Antwort 09.10.00 Es wurde ein Hinweis gegeben auf das Grundsatzprogramm der CDU, beschlossen auf dem 5. Parteitag am 21.-23. Februar 1994 in Hamburg (Internet: www.cdu.de). Hier ein Auszug daraus:
1. WER WIR SIND Unser Verständnis vom Menschen Würde des Menschen 7. Wir bekennen uns zur Würde des Menschen. Würde und Leben des Menschen - auch des ungeborenen - sind unantastbar. Wir achten jeden Menschen als einmalige und unverfügbare Person in allen Lebensphasen. Die Würde aller ist gleich - unabhängig von Geschlecht, Rasse, Nationalität, Alter, Behinderung, von religiöser und politischer Überzeugung, von Gesundheit und Leistungskraft, von Erfolg oder Mißerfolg und vom Urteil anderer. Verantwortung vor Gott 8. Aus der Würde des Menschen erwächst das Recht eines jeden auf die freie Entfaltung der Persönlichkeit. Die Freiheit gibt dem Menschen die Möglichkeit zur sittlichen Entscheidung. Jeder Mensch trägt dafür die Verantwortung vor seinem Gewissen und nach christlichem Verständnis vor Gott. Der einzelne und die Gemeinschaft 9. Jeder Mensch ist auf Gemeinschaft mit seinen Mitmenschen angelegt und angewiesen. Die Freiheit des einzelnen verwirklicht und bewährt sich in der Zuwendung zum Nächsten und in der Gestaltung des menschlichen Zusammenlebens. Das bedeutet, daß der einzelne Verantwortung für sich und seine Mitmenschen tragen muß. Irrtum und Schuld 10. Jeder Mensch ist Irrtum und Schuld ausgesetzt. Die Unvollkommenheit und Endlichkeit des Menschen, die Begrenztheit seiner Planungs- und Gestaltungsfähigkeit, setzen auch der Politik Grenzen. Die Einsicht in diese Begrenztheit bewahrt uns vor ideologischen Heilslehren und einem totalitären Politikverständnis und schafft Bereitschaft zur Versöhnung. Bei allem Engagement können wir die vollkommene Welt nicht schaffen. Bewahrung der Schöpfung 11. Wir Christliche Demokraten verstehen den Menschen als Teil der Schöpfung. Die Natur ist nicht nur Voraussetzung und Instrument unseres Lebens, sondern Schöpfung Gottes, der eine Eigenbedeutung zukommt. Es steht uns nicht zu, nach Belieben über die Schöpfung zu verfügen. Sie ist dem Menschen zur Gestaltung und Bewahrung anvertraut. ...
Christlich Soziale Union CSU Angefragt 03.10.00, Nachgefragt 16.10.00 Antwort steht noch aus
Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften DFW Angefragt 06.10.00 Antwort 09.10.00 Zugesandt wurde eine Broschüre 'Berichte und Standpunkte - Schriftenreihe für freigeistige Kultur 5/95 des Dachverbandes freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V. zum Thema Menschenwürde und Menschenbild'. Hier ein Auszug (S. 86): 'Gedanken zum Menschenbild' von Prof.Dr.Hans-Dietrich Kahl Zusammenfassung Mit alledem ist vieles gesagt worden und noch mehr ungesagt geblieben, doch irgendwann muß ein Ende gemacht werden. Ich versuche, zusammenzufassen, unter Beschränkung auf Wichtigstes, das hier vielleicht Konsens finden kann: 1. Der Mensch bleibt eingeordnet in den Zusammenhang der natürlichen Evolution und damit der natürlichen Mitwelt. 2. In diesem umfassenden Rahmen kommt ihm die Einmaligkeit einer sonst nicht feststellbaren Seinsqualität zu, die auf anderer Ebene liegt als das, was wir sonst in der Mitwelt wahrzunehmen vermögen. Sie verleiht ihm jedoch keine Außenseiterposition gegenüber allen anderen Wesen und auch kein "höheres" Lebensrecht. 3. Diese Sonderstellung äußert sich in neuartigen Möglichkeiten geistig-seelischen Lebens bis hin zum Erlebnis unmittbarer Teilhaberschaft an dem, was unsere Grundgedanken das "Innerste der Wirklichkeit" nennen, und weiter in neuartiger Verantwortung für die dem Zugriff des Einzelnen offenliegenden Ausschnitte der Wirklichkeit - nicht etwa nur im mitmenschlichen Bereich. Diese Wesenszüge verbieten, den Menschen gedanklich gar zu nivellierend in das Seinsganze einzubinden, als sei er einfach nur ein Säugetier unter zahllosen anderen. 4. Leibliches, Seelisches und Geistiges machen gemeinsam die menschliche Ganzheit aus. Sie stehen in schöpferischem Spannungsverhältnis, sind aber nicht isolierbar. 5. Der Mensch ist kein abgeschlossenes Wesen. Er hat, jeder für sich, die Aufgabe, in persönlicher Entwicklung die Evolution, die ihn hervorgebracht hat, weiterzuführen, indem er die ihm eröffneten Möglichkeiten zu weitestgehender Geltung bringt. Hier liegt eine wesentliche Chance der Sinnfindung für seine Lebensführung. 6. Niemand vermag die Entwicklungsmöglichkeiten eines Mitmenschen voll zu überblicken. Deshalb ist Zurückhaltung geboten, wo es um etwaige Verfestigung einmal gewonnener Vorstellungen seiner Wesensart geht: Sie können sich unter Umständen hemmend auf seine weitere Entfaltung auswirken. Abverlangt ist uns statt dessen im immer neuen Begegnen immer neue Offenheit füreinander im jeweiligen Jetztsein. 7. Menschliches Leben entfaltet sich immer in männlicher oder weiblicher Ausformung - "den" Menschen gibt es nicht. Beide Erscheinungsformen haben gleichen Anspruch auf Selbstverwirklichung wie auf verantwortliche Teilnahme an der Gestaltung menschlichen Gemeinschaftslebens auf sämtlichen denkbaren Ebenen. Ihr Zusammenwirken ist um so weniger zu entbehren, als jeder der beiden Erscheinungsformen jeweils bestimmte Erfahrungshorizonte bevorzugt oder ausschließlich offenstehen; Erfahrungshorizonte, von denen keiner aus dem Aufbau menschlicher Kultur fortgedacht werden kann. 8. Alles Leben vollzieht sich in wechselseitigen Abhängigkeiten. Das bedingt Mitverantwortung jedes einzelnen in vielen Zusammenhängen, schließt aber Alleinschuld mehr oder weniger weitgehend aus. 9. Aus diesen Verflechtungen ergeben sich Leid, Schuld und Tragik als unaufhebbare Bestandteile menschlichen Lebens, die nicht wegzuharmonisieren sind. Auch "Unmenschliches" ist menschlich, wenngleich Zeichen eines menschlichen Defekts. Es unterstreicht die Notwendigkeit, an der "Menschwerdung des Menschen" ständig weiterzuarbeiten. 10. Nachdenken über das Menschsein schafft wichtige Orientierungshilfen. Wie weit es ausreicht, wird verschieden beurteilt.
Deutscher Freidenker-Verband e.V. DFV Angefragt 06.10.00, Nachgefragt 15.10.00 Antwort steht noch aus
Deutsche Unitarier Religionsgemeinschaft e.V. Angefragt 06.10.00 Antwort 09.10.00 Zugesandt wurde eine Broschüre 'Mit uns - Wer wir sind', Deutsche Unitarier Religionsgemeinschaft e.V. 7/95. Hier ein Auszug daraus: Über den Menschen Der Mensch ist eine unter zahllosen Erscheinungsformen der Natur eingebunden in die Evolution des Lebens. Er ist ein unteilbares Ganzes. Körperlich, seelisch und geistig entwickelt er sich im Wechselspiel mit seiner Umgebung. Alle Menschen mit ihren individuellen Unterschieden sind gleichberechtigt. Aufgrund seiner Fähigkeit, vielfältige Zusammenhänge zu erkennen und zu bewerten, trägt jeder Mensch für sein Tun und Lassen Verantwortung gegenüber der Mitwelt und sich selbst. In allem, was er entscheidet und was ihm geschieht, liegen Chancen zur Entfaltung, aber auch Möglichkeiten der Gefährdung. Stärken und Schwächen, Schicksalsschläge und schuldhafte Verstrickungen erfordern Auseinandersetzung und Bewältigung. Der Tod beendet das Leben Menschen. Darüber hinaus gibt es keine Gewißheit. Dieses Wissen verstärkt unser Bestreben, bewußt und sinnerfüllt zu leben. Jeder Mensch hinterläßt Spuren, die seinen Tod überdauern. Über Zusammenleben Persönliche Entfaltung vollzieht sich im Spannungsfeld zwischen dem Streben nach Eigenständigkeit und dem Bedürfnis nach Liebe und Geborgenheit. Deshalb braucht der Mensch Gemeinschaften, die ihn tragen und die er mitgestalten kann. Unser Leben entfaltet sich am besten im friedlichen Zusammenleben selbstverantwortlicher Menschen. Mit diesem Ziel wollen wir aktiv in Gesellschaft, Staat und Menschheit mitwirken. Konflikte wollen wir gewaltlos austragen, indem wir uns um Verständigung bemühen. Wir erkennen an, daß es Konflikte gibt, die wir nicht lösen können und deshalb aushalten müssen.
Wir leben in der Natur und sind Teil von ihr. Darum fühlen wir uns auch
unter persönlichem Verzicht zu rücksichtsvollem Umgang mit ihr
verpflichtet. Evangelische Kirche Deutschlands EKD Angefragt 05.10.00, Nachgefragt 15.10.00, Antwort 17.10.00 Es wurde ein Hinweis gegeben auf die Publikation im Internet (www.ekd.de) "Gott ist ein Freund des Lebens"; Kapitel 4, das sich dem Menschenbild widmet. Hier ein Auszug daraus: 1. Der Mensch - das "Bild Gottes"
... Für die inhaltliche Fassung der Gottebenbildlichkeit waren vor allem
zwei Interpretationen einflußreich: Im Anschluß an griechisches
Denken wurde der Akzent auf die Geistigkeit, die Rationalität und Freiheit
des Menschen gelegt und vor allem die Individualität jedes Menschen,
der mit einer vernünftigen Seele begabt ist, betont. Für Kant besteht
die Würde des Menschen in seiner Fähigkeit zu seiner sittlichen
Selbstbestimmung, woraus zugleich folgt, daß der Mensch von keinem,
auch nicht von sich selbst, bloß als Mittel gebraucht werden darf und
immer auch Zweck an sich bleiben muß. ... 3. Der Auftrag des Menschen: Bebauen und Bewahren ... Der christliche Glaube sieht in Schöpfungswelt und Leben keine in ihrer Vorgegebenheit unantastbaren Größen. Vielmehr versteht er die Erde als einen Lebensraum, der dem Menschen anvertraut ist, um ihn zu "bebauen" und zu "hüten/bewahren" (Gen/1 Mose 2,15), also ihn in pfleglicher Behandlung zu nutzen, zu kultivieren und zu gestalten. Eingriffe in fremdes Leben sind so zugleich legitimiert und begrenzt.
Damit ist dem Menschen eine Sonderstellung gegenüber der Natur und den
anderen Lebewesen eingeräumt und zugemutet. Das entspricht bereits dem
phänomenologischen Befund: Der Mensch ist im Vergleich mit höheren
Tieren durch seine biologische Antriebsstruktur weniger auf bestimmte Lebensziele
festgelegt. Er geht darum nicht in seiner Umwelt auf, sondern schafft sich
seine Welt. Die Fähigkeit zu rationaler, vorausschauender Planung und
zur sprachlichen Kommunikation spielt dabei eine wichtige Rolle. Im Unterschied
zu den anderen Lebewesen kann sich der Mensch zu den ihm schicksalhaft
vorgegebenen Bedingungen verhalten, sich ihnen anpassen, aber auch sie umbilden
und sich anverwandeln. Im Menschen kommt das ihn umgreifende und
übergreifende Leben zu sich selbst; in ihm wird es sich seiner bewußt
und erfährt sich als sich selbst überantwortet. Der Vorrang des
Menschen, sich zu seinem eigenen und zu allem anderen Leben verhalten zu
können, ist der Kern seiner Autonomie, seiner Selbstbestimmung; sie
ist nicht absolut, sondern verantwortlich vor Gott auf die Umwelt und Mitwelt
bezogen. ... Freie Demokratische Partei FDP Angefragt 03.10.00 Antwort 05.10.00 Zugesandt wurden Auszüge aus "Wiesbadener Grundsätze - für die liberale Bürgergesellschaft", in denen Antworten auf die gestellten Fragen nach dem Menschenbild zu finden sind (ausgedruckt etwa 17 Seiten DIN A4). Die Wiesbadener Grundsätze wurden auf dem 48. Ord. Bundesparteitag der F.D.P. am 24. Mai 1997 in Wiesbaden beschlossen (www.liberale.de/portal/azphtml). Hier ein Auszug daraus: 1. Wertefindung in der Bürgergesellschaft Jeder Mensch hat das Recht, seine Lebensziele zu bestimmen, nach seinem Glück zu streben, seine Chancen zu suchen, um seine Neigungen und Begabungen zu entwickeln - alleine oder in frei gewählten Gemeinschaften. Jeder hat ebenso das Recht, auf die Frage nach dem Sinn und den Werten des Lebens seine eigenen Antworten zu suchen. Er kann sie in den Kirchen, anderen Religionsgemeinschaften oder Weltanschauungsgemeinschaften finden. Grundlage der offenen Bürgergesellschaft ist darum die Freiheit des Gewissens, des Bekenntnisses und der Religion. Die Liberalen wollen die Freiheit des Entscheidens wieder erlebbar machen. Es geht darum, die wirkliche, die erlebbare Freiheit der Einzelnen als Verantwortliche für ihr persönliches Glück zum Maß aller Politik zu machen. Je größer die Freiheit des Einzelnen wird, desto mehr wächst seine Verantwortung für die Gesellschaft. Bei der Findung der Werte und den verantwortungsbewußten Verhaltensweisen des Einzelnen setzen wir auf den mündigen Bürger. Eine durchgängige Befreiung der Gesellschaft aus der Zwangsjacke der Vernormung und Verregelung ist die einzige Chance, den Menschen die Freiheit wieder zu übereignen. Die Vielfalt persönlicher Entscheidungen, ihre tiefgreifende Unterschiedlichkeit sind nicht nur geduldet, sie sind gewollt. Nur durch verschiedene Lösungsversuche entsteht der Wettbewerb von Phantasie und Kreativität, den wir angesichts unserer komplexen Wirklichkeit überlebensnotwendig brauchen. Die bisherigen Benachteiligungen von Frauen müssen beseitigt werden. Die Bürgergesellschaft hat für Frauen und Männer gleichberechtigte Chancen zu gewährleisten. Hierzu muß die Bürgergesellschaft bessere Entfaltungsmöglichkeiten für Familien schaffen. Familienarbeit und Erwerbsarbeit verdienen die gleiche gesellschaftliche Anerkennung. Die F.D.P. unterstützt alle Maßnahmen, die es Frauen und Männern erleichtern, Familie und Beruf selbstbestimmt und sinnvoll zu verbinden. Die gleichgewichtige Repräsentanz von Frauen und Männern in allen Gremien der Gesellschaft ist anzustreben. Die Liberalen setzen zuerst auf freiwilliges Engagement aus Verantwortung für den anderen, auf freiwilligen Verzicht, auf Teilen statt Zuteilen. Nur wer über sein Leben selbst bestimmt, kann sich bewußt und frei für andere einsetzen. Der notwendige Abbau des staatlichen Engagements und staatlicher Regulierung muß verbunden sein mit der Solidarität für diejenigen, die des Schutzes und der Hilfe besonders bedürfen. Die Solidarität mit Schwächeren in der Gesellschaft ist eine Forderung des Liberalismus. Denn Freiheit bedeutet auch die Chance zur Wahrnehmung von Freiheit. Solche Chancen zu eröffnen, ist nicht nur Aufgabe des Staates - jeder Einzelne kann dazu beitragen. Diese Solidarität kann jeder im täglichen Leben zeigen. Wir müssen den Menschen die Möglichkeit zurückgeben, in diesem Sinne sozial zu handeln und in diesem Handeln auch einen Sinn ihres Lebens zu erfahren.
Freimaurer Angefragt 03.10.00, Nachgefragt 15.10.00 Antwort 28.11.00 zugesandt wurde eine Erklärung, die bei der letzten Jahrestagung (Konvent) der Vereinigten Großlogen von Deutschland - Bruderschaft der Freimaurer am 28.10.2000 einstimmig verabschiedet wurde. Erklärung des Konvents der in Deutschland arbeitenden Freimaurer, der Vertretung der 470 deutschen Freimaurerlogen Wir in Deutschland arbeitenden Freimaurer sind erschüttert und empört über die gegenwärtige Serie von gewaltsamen Ausschreitungen gegen Ausländer und Deutsche ausländischer Herkunft oder anderen Glaubens und von Gewalttaten, denen Menschen zum Opfer gefallen sind und die den freiheitlichen Rechtsstaat bedrohen. Wir Freimaurer bekennen uns zur brüderlichen Verbundenheit aller Menschen, zur Unantastbarkeit der Menschenwürde und zum Recht auf ein unversehrtes Leben. Die freimaurerische Idee schließt jeden Rassismus aus und verpflichtet dazu, kriminellen Ausschreitungen ebenso entschieden entgegenzutreten, wie allen Versuchen, Gewalt zu verharmlosen. Ihrer geschichtlichen Erfahrung und gegenwärtigen Verantwortung eingedenk reihen sich heute die in Deutschland arbeitenden Freimaurer in die Kette derer ein, die rassistischer Gewalt entschlossen entgegenwirken. Berlin, 28. Oktober 2000 - Amt für Öffentlichkeitsarbeit der Vereinigten Großlogen von Deutschland (VGLvD) - gerd (at) scherm.de http://scherm.de
Humanistische Bewegung Angefragt 06.10.00, Nachgefragt 15.10.00 Antwort steht noch aus
Humanistischer Verband Deutschlands HVD Angefragt 06.10.00, Nachgefragt 15.10.00 Antwort steht noch aus
Internationaler Bund Konfessionsloser und Atheisten e.V. IBKA Angefragt 06.10.00, Nachgefragt 15.10.00, Antwort 24.10.00 Es wurde folgende Mitteilung zugesandt: Im IBKA gibt es kein umfassendes gemeinsames Menschenbild. Denn der IBKA versteht sich nicht als Weltanschauungsgemeinschaft, sondern als eine politische Interessenvertretung, in der Menschen mit unterschiedlichen Weltanschauungen, z. B. AtheistInnen und AgnostikerInnen, gemeinsame Ziele verfolgen. Unseren gemeinsamen Zielen entsprechen gewisse Gemeinsamkeiten im Menschenbild. Dazu gehört, dass dem Menschen bestimmte Rechte zukommen. Jeder Mensch hat einen unveräußerlichen Anspruch auf Achtung seiner Menschenrechte. Ebenso hat jeder Mensch ein Recht auf individuelle Selbstbestimmung, das seine Grenzen findet in den Rechten Anderer sowie in unserer Verantwortung vor künftigen Generationen. Menschenrechte und Selbstbestimmung des einzelnen Menschen haben Vorrang vor kulturellen Traditionen und vor religiösen und weltanschaulichen Normen. Grundsätzlich trauen wir dem Menschen zu, dass er die Fähigkeit und die Bereitschaft entwickeln kann zu Fairness und Toleranz, zu vernunftgeleitetem Denken, zu verantwortungsbewusstem Handeln und zur Achtung der Menschenrechte.
Katholische Kirche Deutsche Bischofskonferenz Angefragt 09.10.00, Nachgefragt 15.10.00 Antwort steht noch aus
Partei des Demokratischen Sozialismus PDS Angefragt 03.10.00, Nachgefragt 15.10.00, Antwort 16.10.00
Zugesandt wurde das Parteiprogramm vom Januar1993 (Internet:
www.pds-online.de). 4.6 Ziele und Inhalte der Sozialpolitik erneuern Wir setzen uns für eine gesellschaftsgestaltende Sozialpolitik ein, die zur Emanzipation der Menschen beiträgt und ihren Sinn nicht aus wirtschaftspolitischen Erwägungen ableitet. Sie muß die Entwicklung sozialer Beziehungen fördern, die Gesellschaft demokratisieren und die soziale Integration ihrer Mitglieder bewirken. Um die Entmündigung Betroffener und die Bürokratisierung sozialer Einrichtungen zu überwinden, sind Formen der Selbstorganisation von Betroffenen zu fördern sowie staatliche Einrichtungen dezentralisiert und demokratisch zu verwalten und zu finanzieren. 4.8 Individualität entfalten und Solidarität stärken Freie Entfaltung von Individualität, Selbstbestimmung jedes Menschen und solidarische Lebensverhältnisse sind notwendig für ein menschenwürdiges Dasein. Von den Modernisierungsprozessen in der kapitalistischen Gesellschaft profitieren aber nur wenige, während sie für viele mit sozialer Entwurzelung, Ausgrenzung und Vereinsamung einhergehen. Patriarchale Strukturen überwinden Ohne die Überwindung der patriarchalen Strukturen ist letztlich eine humane, soziale und ökologische Entwicklung ausgeschlossen. Frauen zu benachteiligen und zu unterdrücken, ist Merkmal aller auf Ausbeutung und Unterwerfung beruhenden gesellschaftlichen Verhältnisse. Frauen dürfen nicht länger zur Anpassung an männlich geprägte Wert- und Lebensvorstellungen gezwungen sein. Deshalb müssen alle dem entgegenstehenden ökonomischen und kulturellen Beschränkungen überwunden werden. Frauendiskriminierung, die Diskriminierung kultureller und anderer Minderheiten, von Lesben und Schwulen zu beseitigen, setzt nicht nur rechtliche Gleichstellung voraus, sondern verlangt ein alle Lebensbereiche erfassendes Umdenken. Für Selbstbestimmung der Kinder und Jugendlichen Kinder und Jugendliche sind am stärksten von den Krisen unserer Welt betroffen. Ihre Bevormundung, Manipulation und Ausgrenzung sind Ausdruck einer kinder- und jugendfeindlichen Gesellschaft. Obwohl die Heranwachsenden ein Viertel der Bevölkerung bilden, ist die Gesellschaft für die Erwachsenen eingerichtet.
Sozialdemokratische Partei Deutschlands SPD Angefragt 03.10.00, Nachgefragt 15.10.00, Eingangsbestätigung 15.10.00, Antwort 01.11.00 Zugesandt wurden die geltenden Ausführungen im Grundsatzprogramm der SPD vom 20. Dezember 1989: "Unser Bild vom Menschen Wie auch immer wir die Würde des Menschen begründen, sie ist Ausgangs- und Zielpunkt unseres Handelns. Für uns alle gilt der Satz mit dem die Vereinten Nationen ihre Erklärung der Menschenrechte einleiten: "Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboten. Sie sind mit Vernunft und Gewisssen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen." Gemeinsam verstehen wir den Menschen als Vernunft- und Naturwesen, als Individual- und Gesellschaftswesen. Als Teil der Natur kann er nur in und mit der Natur leben. Seine Individualität entfaltet er nur in Gemeinschaft mit seinen Mitmenschen. Der Mensch, weder zum Guten noch zum Bösen festgelegt, ist lernfähig und vernunftsfähig. Daher ist Demokratie möglich. Er ist fehlbar, kann irren und in Unmenschlichkeit zurückfallen. Darum ist Demokratie nötig. Weil der Mensch offen ist und verschiedene Möglichkeiten in sich trägt, kommt es darauf an, in welchen Verhältnissen er lebt. Eine neue und bessere Ordnung, der Würde des Menschen verpflichtet, ist daher möglich und nötig zugleich. Die Würde des Menschen verlangt, daß er sein Leben in Gemeinschaft mit anderen selbst bestimmen kann. Frauen und Männer sollen gleichberechtigt und solidarisch zusammenwirken. Alle sind für menschenwürdige Lebensbedingungen verantwortlich. Die Würde des Menschen ist unabhängig von seiner Leistung und Nützlichkeit. Menschenrechte Wir sind den Menschenrechten verpflichtet. Staat und Wirtschaft sind für die Menschen und ihre Rechte da, nicht umgekehrt. Volle Geltung der Menschenrechte verlangt gleichrangige Sicherung der Freiheitsrechte, der politischen Teilhaberechte und der sozialen Grundrechte. Sie können einander nicht ersetzen und dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Auch kollektive Rechte dienen der Entfaltung des Individuums.
Nur wo Freiheitsrechte garantiert sind und genutzt werden, können Menschen
als Freie und Gleiche leben und Demokratie praktizieren. Nur wo soziale
Grundrechte verwirklicht sind, können Freiheitsrechte und politische
Teilhaberechte von allen wahrgenommen werden. Nur wo die Repsektierung von
Freiheitsrechten und politischen Teilhaberechten freien Meinungsstreit und
politisches Engagement erlaubt, können Menschen ihr Recht auf ausreichende
Ernähung, Wohnung, Arbeit und Bildung geltend machen. Nur zusammen
ermöglichen diese Menschenrechte menschenwürdiges Leben. Alle Menschen
haben ein Recht auf ihre Heimat, ihr Volkstum, ihre Sprache und Kultur. Ein
Volksgruppenrecht, das im Einklang mit den Menschenrechten der Vereinten
Nationen steht, ist unentbehrlich." Folgerungen So weit das Ergebnis der Umfrage. Die erfolgten und auch nicht erfolgten Antworten spiegeln den derzeitigen Stand der Entwicklung auf dem Gebiet der ethischen Orientierung. Erfreulich ist der öfter erscheinende Hinweis auf die Tatsache, daß der Mensch ein Teil der Natur ist. Vom Menschenbild selbst ist noch sehr wenig zu lesen, und es müßten noch ganzheitlichere, konkretere Betrachtungen erfolgen, wenn die wesentlichen Probleme der Gesellschaft und der Menschheit insgesamt nachhaltig gelöst werden sollen. Noch ist für viele Menschen der nachfolgende Text höchst aktuell:
Dieser scheinbar simple Text weist auf einen wesentlichen Mangel der bisherigen Versuche zu einer Sinnfindung hin. Die von der Natur her gegebenen und abzuleitenden Bedingungen und Vorgaben menschlichen Lebens scheinen den Wunschvorstellungen der meisten Menschen nicht zu entsprechen. Zu schön ist der Traum von unbegrenzten Möglichkeiten, und zu schwer ist das Anerkennen der Realität. Eine weitere Realitätsflucht ist jedoch mit einem Anspruch auf Menschenwürde nicht mehr zu vereinbaren. Die zunehmenden globalen Probleme in sozialen und ökologischen Bereichen erfordern ein realistisches, ganzheitliches Menschenbild. Dieses müßte beispielsweise die biologischen Gegebenheiten des Menschen mit einbeziehen, die sein Fühlen, Denken und Handeln beeinflussen. Gemäß der Erkenntnis "Gefahr erkannt - Gefahr gebannt" wäre hier das biologisch bedingte männliche Streben nach Macht und Anerkennung zu berücksichtigen, das überwiegend Ursache von Gewalt gegenüber Mensch und Natur ist. Die uralte Forderung "Erkenne dich selbst!" sowie das instinktive Streben nach Selbstbestimmung könnten bei vernunftgemäßer, ganzheitlicher Vorgehensweise zur Aufklärung über die ständige Präsenz des natürlichen Fortpflanzungstriebes beim Mann und zu einem menschenwürdigen Umgang damit führen. Ein Politiker, Unternehmer oder Wissenschaftler könnte so leichter unterscheiden, ob er einem Sachzwang oder seiner Eitelkeit folgt, bevor er einen Fehler begeht.
Frauen könnten leichter unterscheiden zwischen Liebe und Abhängigkeit,
wenn ihnen die biologischen Mechanismen des naturgegeben Weiblichen mehr
bewußt wären. Wie schwer dies ohne ein allgemein anerkanntes
realistisches Menschenbild ist, das zeigen nicht nur die ständigen
Mißverständnisse zwischen Frau und Mann, sondern z.B. auch die
Tatsache, daß selbst weibliche Wissenschaftler, die sich mit den Problemen
zwischen den Geschlechtern befassen, die Ursachen lediglich bis zu den
gesellschaftlichen Verhältnissen verfolgen, ohne jedoch die biologischen
Gegebenheiten, die zu diesen gesellschaftlichen Umständen führten,
zu berücksichtigen.
Das Tier im Menschen kann nicht ausgerottet
werden. Um von dem verhängnisvollen extremistischen Außengerichtetsein wegzukommen, wäre es wichtig, ein realistisches, ganzheitliches Menschenbild zu erstellen, welches die naturgegeben defizitären Anteile des Menschen mit einbezieht und den idealistisch visionären Vorstellungen zum Ausgleich gegenüberstellt. An einem solchen realistischen Menschenbild zu arbeiten sei hiermit eingeladen. Anregungen und Vorschläge werden hier fortlaufend veröffentlicht.
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erwünscht. Kontakt
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Aktualisiert am 17.01.04
RKU